Die Geschichte des Handballsports in Weinsberg

  • 1922 – 1930

Auch in Weinsberg wurde bereits sehr bald nach Festlegung der Spielregeln -… der nicht nur für Deutschland historische Termin ergab sich am 29. Oktober 1917. An diesem Tag wurde in Berlin vom dortigen Turnrat beschlossen, das bis jetzt alsbezeichnete Spiel in Zukunft „Handball“ zu benennen. Gleichzeitig wurden feste Handballregeln festgesetzt, diese wurden später auch international gültig…. – Handball gespielt. Aus der Turnbewegung fand sich 1922 eine Mannschaft, die erste Freundschaftsspiele austrug. Die Heimspiele fanden alle auf dem damaligen „Exerzierplatz“ auf der Waldheide statt. Spiele wurden dann noch bis 1923 ausgetragen.
Erst 1928 wurde dann eine neue Handballmannschaft aufgestellt und erstmals spielten auch Jugendmannschaften. Abermals wurden nur Freundschaftsspiele ausgetragen. Eine eigenständige Abteilung gab es noch nicht. Handballspiele wurden bis 1930 ausgetragen.

  • 1938 – das Gründerjahr

Durch den Bau eines Landwehr-Übungslagers im Tiefen Weg erhält das Handballspiel in Weinsberg neuen Aufschwung. Zunächst spielt nur das Stammpersonal gegen die jeweils anwesende Lehrtruppe. Dies befriedigt jedoch auf die Dauer nicht. So tritt schließlich 1938 das Stammpersonal geschlossen dem TSV Weinsberg bei und gründet die Handballabteilung. Abteilungsleiter und zugleich 2. TSV-Vorstand wird Jakob Ringhof. Die erste Mannschaft besteht fast ausschließlich aus Soldaten. Bei den ersten Spielen waren im Einsatz: Jakob Ringhof, Alfred Fesenbecker, Hans Merk, Josef Kübler, Hans Lesle, Robert Deininger, Albrecht Käser, Hermann Schorpp, Rudi Metzger, Karl Schmolz, Albrecht Kraft, Gsellgen, Hanswerner Schemenau, Pfisterer, Karl Fischer, Walter Vogel, Ferdinand Schäfer, Werner Reiners. Der Punktspielbetrieb wird im Winterhalbjahr 1938/39 aufgenommen.

  • 1939 – 1945

Am 11. Juni 1939 findet in Weinsberg ein großes Handballturnier mit den Mannschaften TV Sontheim, TV Offenau, TB Heilbronn, TG Heilbronn, TV Neckarsulm, TuG Beilstein, Polizei Heilbronn, Reipo Heilbronn und TSV Weinsberg statt. Das Turnier dient als Ausscheidung für das Gaufest in Ludwigsburg. Ab Kriegsausbruch ruht dann der Spielbetrieb.

  • 1946 – der Neubeginn

Der TSV Weinsberg wird am 17. Dezember 1945 von der amerikanischen Militärregierung neu zugelassen. In der Gründungs- und Generalversammlung am 17. Februar 1946 wird Alfred Fesenbecker als Abteilungsleiter der Handballabteilung gewählt. Bereits im April 1946 werden die ersten Spiele ausgetragen. Die Abteilung hat sehr schnell wieder zwei Männer- und eine Frauenmannschaft. Eine Jugendmannschaft wird bis zum Sommer 1946 zusammengestellt. Bis zum Beginn der Verbandsspiele der Männermannschaften am 22. September 1946 werden 12 Freundschaftsspiele durchgeführt.

  • 1947 – 1949

Die Generalversammlung wählt am 23. Januar 1947 Jakob Ringhof zum neuen Abteilungsleiter. Unter dem Motto „Weinsberg, Stadt der Jugend“ findet am Ostermontag, 7. April 1947, am Grasigen Hag erstmals ein Handballturnier auf Kleinfeld statt. Die Tore für dieses Turnier stellt die TG Heilbronn zur Verfügung. Im Spieljahr 1947/48 wird die 1. Männermannschaft Meister und steigt in die Kreisklasse I auf. Die Frauenmannschaft belegt Platz 2 in ihrer Staffel. Am 29. März 1948 wird das 2. Weibertreu-Handball-Turnier wieder nach Hallenart am Grasigen Hag ausgetragen. Bei herrlichem Wetter sehen 800 Zuschauer die Spiele, die Einnahme beträgt 565,80 RM. In einer außerordentlichen Versammlung wird Anton Siebenrock zum neuen Abteilungsleiter gewählt. Ab Januar 1949 wird der Sportplatz am Hirschberg aufgefüllt. Ab sofort finden die Spiele auf der Waldheide statt. Da dort keine Tore sind, müssen diese vor jedem Spiel von den Spielern und Helfern über die Kirschenallee hinaufgetragen werden! Ab Oktober finden die Spiele auf einer Wiese an der Sulmbrücke bei der Hasenmühle statt. Bei der Generalversammlung am 10. Februar 1949 wird Jakob Ringhof zum Abteilungsleiter gewählt.

  • 1950 – 1959

4. Weibertreu-Handball-Turnier nach Hallenart am 10. April 1950. Weinsbergs Frauenmannschaft ist Kreismeister und nimmt an den Spielen um die Württembergische Meisterschaft teil. Einweihung des neuen Sportplatzes am Hirschberg am 20. August 1950. 20. Dezember 1958, mit der Einweihung der Turnhalle am Mühlrain geht ein lang ersehnter Wunsch der Handballabteilung in Erfüllung. Jetzt bestehen für die immer mehr im Vordergrund rückende Hallenhandballrunde bessere Trainingsbedingungen. Im November 1959 ist der Hartspielplatz bei der Mühlrainturnhalle fertiggestellt.

  • 1960 – Ein Neubeginn

Nachdem in der Generalversammlung am 27. Januar 1960 auch eine lange, zum Teil hitzig geführte Debatte über eine Auflösung der Abteilung stattfindet, stellt trotzdem das Jahr 1960 einen Neubeginn dar. Die in den letzten Monaten eingestellte Jugendarbeit wurde bereits neu aktiviert wie auch eine Frauenmannschaft unter Wilfried Welz neu ins Leben gerufen.

  • 1961 – 1969

Am 6. Januar 1962 wandert die Männermannschaft nach Lehrensteinsfeld. Ab diesem Jahr wird (bis heute) von der ganzen Abteilung regelmäßig am Heilig-Dreikönigs-Tag eine Wanderung durchgeführt! 20. bis 22. September 1963; die Handballabteilung besteht 25 Jahre und veranstaltet aus diesem Grund erstmals ein Herbstturnier auf dem Hartplatz am Mühlrain. 34 Mannschaften spielen um die Pokale in den einzelnen Klassen. Turniersieger werden: Alte Herren – Weinsberg, C-Jugend – Öhringen, B-Jugend – Weinsberg, III. Division – Flein, II. Division – Abstatt, I. Division – TV Kornwestheim. Die Frauenmannschaft gewinnt im Endspiel gegen den VfL Oßweil. Ein Werbespiel zwischen den Mannschaften des TV Plochingen und TSB Horkheim endet vor großer Zuschauerkulisse 16:19. Aus Anlass des Abteilungsjubiläums findet im eigens aufgestellten Festzelt eine Jubiläumsveranstaltung statt. Zu Beginn des Jahres 1964 hat die Abteilung 4 männliche Jugend, 1 Männer-, 1 Frauen-, 1 Mädel- und 1 AH-Mannschaft. Zum Weibertreuturnier vom 30. September bis 4. Oktober 1964 kommen rund 550 Spieler und Spiele-rinnen aus 30 Vereinen. 59 Mannschaften hatten ihre Zusage abgegeben und werden zu den Spielen eingeteilt. Beim Verbandstag des Handballverbandes Württemberg am 25. April 1965 in Nagold erhält die Abteilung zum 5. Male in ununterbrochener Reihenfolge den Fairnesspreis überreicht. 9. bis 18. Juli 1966 Festwoche zum 100jährigen Vereinsjubiläums des TSV Weinsbergs mit diversen Handballspielen.

  • 1970 – 1979

 

14./15. August 1970, der schwedische Verein IFK Karlskrona befindet sich auf einer Deutschlandreise und ist zu Gast in Weinsberg. Nach Abspielen beider Nationalhymnen gewinnt die Frauenmannschaft nach überragender Abwehrleistung gegen die Gäste, die immerhin in der 1. schwedischen Liga spielen, mit 7:6 Toren. Die erste Halbzeit im Spiel der Männer ist voll Dramatik, Halbzeitstand 7:9; dann aber setzen sich die Gäste immer stärker durch und gewinnen noch 14:23. 16. April 1971, erstmals trainiert Nationalspieler Herbert Hönnige (früher TSB Horkheim, später Leutershausen) die Männermannschaft. Bis in den Herbst hält Hönnige monatlich einen Trainingsabend ab. In der Abteilungsversammlung am 31. März 1973 wird vom Abteilungsleiter mitgeteilt, dass das Schiedsrichter-Soll erfüllt ist, nachdem 10 Spieler die Schiedsrichterprüfung abgelegt haben. Bei der Generalversammlung am 23. März 1974 wird der langjährige Abteilungsleiter Anton Siebenrock, der nunmehr aus der Führungsspitze der Abteilung ausscheidet, zum Ehrenabteilungsleiter ernannt. 29. bis 31. August 1975, Werbung für den Handballsport ist das Weibertreu-Turnier. Mit 90 Mannschaftsmeldungen erfolgt eine neue Rekordbeteiligung. 9. November 1975, die Weibertreuhalle ist fertig; damit geht ein langersehnter Wunsch der Handballer in Erfüllung. Endlich bestehen in der spielgerechten Halle bessere Trainingsmöglichkeiten und die Spiele können vor eigenem Publikum abgewickelt werden. Im Rahmen der Einweihung finden am Tag der offenen Tür die Handballspiele der Frauen gegen TuS Metzingen (Südd. Oberliga), der Männer gegen VfL Waiblingen (Württ. Oberliga) und der AH gegen Horkheim statt. Zwar gehen alle Spiele verloren, zeigen jedoch dem zahlreichen Publikum, wie herrlich Handballsport sein kann. Die Frauenmannschaft nimmt im September 1976 am 12. Normandie-Pokal-Turnier in Paris, dem damals größten Handballturnier der Welt, teil. Von vier Spielen in der Vorrunde werden drei gewonnen, und damit die Zwischenrunde knapp verpasst. Dies trübt die Stimmung jedoch keineswegs, denn jetzt bleibt mehr Zeit für Besichtigungen und ausgedehnte Bummel vorbei an den Sehenswürdigkeiten von Paris. In der Hallenrunde 1977/78 spielen 14 Weinsberger Mannschaften um Punkte und Platzierungen. Erste Spielstunde in der neu gegründeten Minihandballgruppe für 5-7jährige Kinder am 22. Februar 1978. Unter der pädagogischen Anleitung von Selma Albrecht und Roswitha Niedermöller wird mit diesem Angebot in altersspezifischen Übungsformen zum Laufen, Springen und Werfen angeregt. Diese Gruppe erfreut sich sehr rasch großer Beliebtheit bei Kindern und Eltern.

  • 1980 – 1987

5. Juli 1980, Bundesligahandball in Weinsberg. In der Weibertreuhalle stehen sich die beiden Bundesligafrauenmannschaften von VfL Waiblingen und SC Pulheim gegenüber. In beiden Mannschaften wirken Auswahl- und Nationalspielerinnen mit. In einem hochklassigen Spiel gewinnt Waiblingen vor zahlreichen Zuschauern mit 11:6. 20. Juni 1981, 35 Jahre Frauenhandball in Weinsberg. Dieses „kleine“ Jubiläum wird mit einem „Alte-Damen-Turnier“ in der Weibertreuhalle mit Öhringen, Neckargartach, Fellbach und Weinsberg gefeiert. 9./10. April 1983, mit einem Besuch bei der Handballabteilung des Club Omnisports Yvoisien (COY) Carignan werden jetzt auch von den Handballern freundschaftliche Beziehungen zur Partnerstadt aufgenommen. 7./8. April 1984, beim Gegenbesuch der Handballfreunde des COY Carignan werden die im Vorjahr aufgenommenen Beziehungen weiter gefestigt. 55 Handballspieler und –spielerinnen sind in Weinsberg und werden am Sonntag Vormittag im Rathaus von Herrn Bürgermeister Klatte empfangen. Die sportliche Seite dieses Besuches sind je zwei Spiele der Männer- und Frauenmannschaften. Hallenrunde 1984/1985, die männliche A-Jugend spielt in der höchsten württ. Jugendspielklasse der Württ. Hallenoberliga. Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg haben die beiden Trainer Eberhard Saup und Helmut Wahl. Die Mannschaft erreicht einen 4. Platz. Auch in der Hallenrunde 1985/86 qualifiziert sich die männliche A-Jugend für die Württ. Oberliga. Es spielen: Ralf Anderl (Tor), Peter Baumann, Stefan Antunovits, Thomas Eschbach, Jörg Hansert, Lutz Haala, Steffen Ströbel, Steffen Kutterolf, Ralph Merkle, Markus Schürmann, Robert Werner, Holger Wahl und Jochen Matzer; Trainer ist Helmut Wahl. Auf Verbands- und Vereinsebene ist man inzwischen auf den Weinsberger “Talentschuppen“ aufmerksam geworden. Mit Peter Baumann spielt erstmals ein Weinsberger Jugendspieler in der württ. Auswahl. 23. März 1986, die männliche A-Jugend ist württ. Vizemeister. Das zweite Endspiel um die württ. Hallenmeisterschaft in der Weibertreuhalle, ein bis zuletzt äußerst spannendes und kampfbetontes Spiel, bei dem es zwar am erneuten Triumph der Gäste aus Oßweil keinen Zweifel gibt. Auch die Jugendarbeit bei der weiblichen Jugend ist erfolgreich. Zum Ende der Saison 1985/86 stehen die weibliche B- und C-Jugend als Kreismeister fest. 11. bis 16. Februar 1987, Peter Baumann, das „Weinsberger Eigengewächs“ spielt mit der Jugendnationalmannschaft in Island. 1. – 3. Mai 1987, 5 Jahre Handballfreundschaft mit Carignan. Aus Anlass dieses Jubiläums weilen die Männer- und Frauenmannschaft sowie je eine weibliche und männliche Jugendmannschaft in Weinsberg.

  • 1988 – 50jähriges Jubiläum der Handballabteilung

Mit einer Festwoche vom 09. bis 15. Mai 1988 feiert die Handballabteilung ihr 50jähriges Bestehen:

Montag, 09. Mai 1988:

Autogrammstunde und Trainingseinheiten für die Jugendmannschaften mit Jerzy Klempel (FA Göppingen)

Donnerstag, 12. Mai 1988:

Handballabteilung als Ausrichter der traditionellen Himmelfahrtswanderung des TSV Weinsberg

Freitag, 13. Mai 1988:

Festabend in der Hildthalle in Weinsberg

Samstag, 14. Mai 1988:

Spiele der Weinsberger Mannschaften in der Weibertreuhalle und gemütliches Beisammensein

Sonntag, 15. Mai 1988:

Spiele der Weinsberger Mannschaften in der Weibertreuhalle und Jubiläumsspiel Frisch Auf Göppingen (1. Bundesliga) gegen VfL Pfullingen (2. Bundesliga) mit dem Weinsberger Spieler Peter Baumann.